Massenhoster / Individuallösung
Ist ein großer Massenhoster oder eine Individuallösung das richtige für mich?

 
 

Wahl des richtigen Providers

Der Preis einer Leistung ist subjektiv immer ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl eines Dienstleisters. Subjektiv deshalb, weil sich der Wert des jeweiligen Umfangs immer an den eigenen Bedürfnissen orientiert.

Die zentrale Frage bei der Auswahl Ihres Providers sind demnach Ihre Bedürfnisse. Sie müssen evaluieren und abschätzen, ob höhere laufende oder einmalige Kosten für Ihr Projekt finanziell tragbar und betriebswirtschaftlich sinnvoll sind. Ein Massenhoster bietet Ihnen für ein vergleichsweise niedriges Entgelt häufig eine gut ausgestattete Leistung an. Im Folgenden legen wir Ihnen die Unterschiede zu einem individuellen Serviceprovider im Hinblick auf einige Szenarien dar, um Sie bei der Auswahl zu unterstützen. Relevante Kenngrößen dabei sollten aus Ihrer Betrachtung dabei neben möglichen Imageschäden auf Grund von Ausfällen oder Problemen primär datenschutztechnische und betriebswirtschaftliche Aspekte sein - also eine konkrete Gegenüberstellung von Ertrag und Aufwand des Projekts oder den Kosten von Nichterreichbarkeit in Form von eingeschränkter Leistungsfähigkeit:

  • Totalausfälle des Anbieters: Mit Sicherheit wird die theoretisch bemessene Verfügbarkeit eines Premiumproviders über derjenigen einer günstigeren Alternative liegen. In der Praxis wird sich diese jedoch nur marginal auswirken. Eine Verfügbarkeit von 99,9% bedeuten im Jahresmittel knapp 9 Stunden Ausfallzeit. Erhöht man auf 99,95% oder 99,99% reduziert sich diese auf 4,5 bzw. weniger als eine Stunde. Selbstverständlich ist das spürbar, allerdings für kaum eine Anwendung geschäftskritisch. Dieser Aspekt kann daher natürlich eine Rolle spielen - stellt aber für einen Großteil der Anwender kein erhebliches Kriterium dar. Bei Anbietern, die Ihnen lediglich 99% Verfügbarkeit gewährleisten sieht die Sachlage dagegen anders aus: Hier müssen Sie mit einer jährlichen Ausfalldauer von 87,6 Stunden oder fast 4 Tagen rechnen.
  • Ausfälle eines Ihrer Systeme: Vor allem bei gemieteten Servern ist das Handling bei Hardwareschäden ein deutlich entscheidenderer Aspekt. Häufig erhalten Sie bei Defekt ein Ersatzsystem und müssen Ihre Backups eigenständig neu einspielen - die Bereitstellung kann im Einzelfall auch durchaus einige Tage dauern. Sind nur einzelne Komponenten wie eine Festplatte kaputt, wird Ihre Störung eingereiht und mit zahlreichen anderen der Reihe nach abgearbeitet. Sie haben also keinerlei Einfluss auf den Zeitpunkt und wissen diesen wahrscheinlich erst dann, wenn Ihr System ausgeschaltet wurde. Ein Austausch außerhalb der Geschäftszeiten ist meist gar nicht möglich. Das kann dazu führen, dass Sie auf Grund eines kleinen Austauschs bis zu mehreren Stunden unangekündigt auf Ihren Server verzichten müssen. Ein Premiumanbieter ist sich diesem Problem bewusst und bietet daher eine zeitlich flexible Gestaltung an, bei der Sie direkt mit dem Techniker vor Ort sprechen. Auch wird man Ihren Server in jedem Fall zu retten versuchen und Ihnen keinen identischen, aber völlig unkonfigurierten als Ersatz bereitstellen.
  • Datenschutz und Datensicherheit: Erschreckend oft liest man von großen Serveranbietern Stellenausschreibungen für Hilfskräfte, die dann in Akkordarbeit Hardwareschäden beheben oder Supportleistungen erbringen. Ob diese Form der Beschäftigung für ein derart sensibles Umfeld angemessen ist, liegt alleine in Ihrem Entscheidungsbereich. Vor allem bei Managed Servern sollte Vertrauen in den Serviceprovider jedoch eine bedeutende Rolle spielen. Aber auch die Frage, was bei Austausch oder Kündigung mit Ihren Festplatten passiert ist mitnichten unerheblich.
  • Privates Netzwerk: Allein aus technischen Gründen ist es schwierig für eine extrem hohe Anzahl an Servern eigene virtuelle Netzwerke je Kunde einzurichten. Ein solches virtuelles Netzwerk oder VLAN gewährleistet allerdings, dass kein Nachbar Ihre Daten belauscht oder Ihre IP Adressen kapert. Ist ein eigenes VLAN kein Standard, sollten die jeweiligen Lösungsansätze des Provider allerdings in jedem Fall geprüft werden.
  • Netzwerkstandards: Die Betriebskosten eines Netzwerks bemessen sich vor allem durch die Redundanz - also das mehrfache Vorhandensein funktional gleicher oder vergleichbarer Ressourcen / Geräte - der eingesetzten Technik sowie durch die vorgehaltenen Leistungsreserven."Das Abfangen von Spitzen, großzügig bemessene Reserven und Ersatzsysteme verteuern zwar das Produkt, stellen jedoch gleichzeitig einen reibungslosen Betrieb sicher.
  • Individueller Support und Hilfestellungen: Benötigen Sie im Zweifel Hilfe durch einen Experten oder reicht Ihnen die Versicherung einer nicht ganz akzentfreien Callcentermitarbeiterin, man würde sich um das Problem kümmern? Auch wenn Sie selbst oder Ihre Mitarbeiter fit im Serverumgang sind kann ein Restrisiko durch Krankheit oder Urlaub verbleiben.
  • Abusepolitik: Wie reagiert mein Anbieter im Falle eines Missbrauchs durch meinen Server? Ihr Server wurde gehacked und Sie erhalten eine Email: "Ihr Server wurde kompromittiert. Bitte beheben Sie dieses Problem innerhalb von 24 Stunden oder wir müssen Ihr System vom Netz trennen." - Solche und ähnliche noch drastischere Szenarien sind keine Seltenheit. Stellen Sie sicher, dass solche Probleme zeitnah behoben werden können oder wählen Sie einen Anbieter, der Sie im Zweifel unterstützen kann.
  • Hardwarequalität: Fast alle günstigen Anbieter stellen Ihnen Desktophardware zur Verfügung. Diese muss nicht grundsätzlich schlecht sein, ist jedoch meist nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt. Daneben bleiben gewisse Features auf der Strecke, so zum Beispiel die Fernwartung mittels IPMI Interface, welche eine mögliche Anwesenheit einsparen kann. Diese Form der permanenten KVM over IP erleichtert die Administration nicht unerheblich, gewährleistet BIOS Zugriff, stellt Ihnen zahlreiche Statistika zur Verfügung und kann auch im Fehlerfall häufig zu einer schnellen Lösung führen. Ein Hinweis am Rande: CPU und Speicher alleine sind kein Garant für Serverhardware. Seit geraumer Zeit sind viele Xeon Prozessoren von Intel quasi baugleich zu Desktopalternativen und können so auch mit günstigen Mainboards betrieben werden.
  • Nachträgliche Änderungen und Aufpreispolitik: Ein späteres Upgrade oder eine Aufrüstung Ihres Servers kann von enormer Bedeutung sein. Sie vermeiden damit eine aufwändige Neueinrichtung Ihres Systems, die bei einem neuen Gerät anfallen würde. Vor allem für Projekte, bei denen Sie von einem Wachstum ausgehen kann diese Option wichtig sein. Auch die Aufpreise für Zusatzleistungen oder weitere IP Adressen sollten Sie prüfen - nicht selten wird Ihr System damit erheblich teurer.

Um Ihre persönliche Auswahl zu treffen, sollten Sie sich mit der Beantwortung der nachfolgenden Fragen auseinandersetzen und diese kritisch prüfen.

  • Nutze ich auf meinem Server Daten, die nach Möglichkeit oder auf gar keinen Fall in die Hände von Dritten gelangen sollten?
  • Welche Ersparnis rechtfertigt einen langfristigen Ausfall von mehr als 24 Stunden oder die Neueinrichtung des Systems?
  • Kann ich meine internen Prozesse so gestalten, dass regelmäßige externe Backups vorhanden sind, um bei einem Austausch meines Servers kurzfristig wieder erreichbar zu sein?
  • Ist ein Ausfall meines Servers finanziell und im Hinblick auf meine Reputation verkraftbar?
  • Ist die Administration meines Servers auch im Urlaubs- und Krankheitsfall bzw. außerhalb meiner Geschäftszeiten ständig sichergestellt?

Als Fazit lässt sich festhalten, dass ein Massenhoster für private Zwecke oder kleine Projekte ohne erhebliche Relevanz die preisgünstigere Alternative darstellen kann. Sobald sich die Anforderungen allerdings erhöhen, sollte genauer hingesehen werden. In jedem Fall ist es sehr empfehlenswert, die genauen Modalitäten zu prüfen und nicht blind zu entscheiden. Häufig beträgt der Preisunterschied am Ende nur wenige Euro, die allerdings durchaus sinnvoll investiert sein können.

 

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