Serverfeatures
Welche Serverfeatures bringen mir einen Zugewinn?

 
 

Die richtige Auswahl der Features eines Server ist ein durchaus relevantes Thema. Kosten und Nutzen sollten auf jeden Fall in einem sinnvollen Verhältnis stehen. In der folgenden Auflistung finden Sie einige Hinweise zu Ausstattungsmerkmalen, die Ihnen in der Praxis möglicherweise behilflich sein können. Im ersten Teil geht es um die Merkmale des physikalischen Serversystems - weiter unten finden sich darüber hinaus Zusatzleistungen für gemietete dedizierte Server.

Prozessor

  • Das Herz eines Servers ist der Prozessor - auch als CPU bezeichnet. Wesentliche Merkmale davon sind neben der Taktfrequenz auch die Anzahl der Kerne. Erstere wird in Megaherz gemessen und weist auf die Rechenleistung hin. Je höher der Wert, desto schneller kann eine Operation berechnet werden. Die Anzahl der Kerne gibt dabei an, wie häufig diese Megaherzzahl genutzt werden. Setzt man CPUs von Intel ein ist HyperThreading (HT) von enormer Wichtigkeit, da dieses Feature die Anzahl der Kerne virtuell quasi verdoppelt. Da ein normaler Thread - vereinfacht als Prozess zu verstehen - quasi nie die volle Leistung eines Kerns in Anspruch nimmt, simuliert die CPU 2 vorhandene und arbeitet parallel. Ein Xeon mit vier Kernen, HT und 3,5 Gigaherz bietet somit theoretisch 8 Kerne und damit 28 Gigaherz Gesamtleistung. Entscheidend bei der Frage, ob eine oder mehrere Prozessoren mit geringer Gigaherzzahl und vielen Kernen oder alternativ mit hoher Taktung und wenigen Kernen geeigneter ist, hängt ausschließlich von der Software ab. Alte Anwendungen unterstützen häufig lediglich einen einzelnen Kern - wird auf dem Server also nur eine einige Applikation gefahren, die kein Multithreading unterstützt, steht diesem Prozess auch nur der Grundwert an Gigaherz zur Verfügung. Vereinfacht kann man pauschalisieren, dass eine große Anzahl an einfachen Prozessen wie bei Datenbanken oder Webanwendungen mit mehr Kernen und geringerer Taktfrequenz performanter läuft, während wenige sehr umfangreiche Berechnungen wie im Fall von Grafikrendering durch hohe Gigaherzzahlen begünstigt werden. Abschließend sollte noch der Cache erwähnt werden: Dieser puffert sich wiederholende Informationen für die CPU, um möglichst schnell darauf zugreifen zu können. Der Cache ist direkt durch die gewählte CPU vorgegeben und in der Regel vom Hersteller ordentlich dimensioniert.

Remote Management

  • Unter IPMI bzw. Remote Management versteht man eine KVM über IP Konsole, die sich mittels Netzwerk ansprechen lässt. Häufig mit Hilfe eines Javaapplets kann über einen Webbrowser auf den Server zugegriffen werden. Darüber hinaus kann neben dem Auslesen diverser Werte wie Temperatur oder Lüfterdrehzahlen auch ein virtuelles Medium gemounted werden, um via Internet eine Neuinstallation vorzunehmen. IPMI erlaubt außerdem beim Reboot Zugriff auf das BIOS des Servers.

Arbeitsspeicher

  • Beim Arbeitsspeicher des Servers gibt es diverse verschiedene Merkmale zu beachten. Grundsätzlich wird derzeit DDR-SDRAM eingesetzt. Bei der Bezeichnung wird zunächst unterschieden zwischen den verschiedenen Entwicklungsstufen: DDR bis DDR4. Man sollte nach Möglichkeit Speicher jüngster Generation einsetzen - Stand 2013 derzeit also DDR3. Darüber hinaus gibt es Speicher mit interner Fehlerkorrektur - mit dem Vermerk ECC (Error Correcting Code) versehen. Dies verhindert knapp 100% der häufigsten Speicherfehler und genießt vor allem bei Servern eine hohe Beliebtheit. Ein Speicherfehler tritt statistisch bei herkömmlichen Modulen sehr regelmäßig auf und wirkt sich in der Regel so aus, dass aus einer Null eine Eins - also ein Bit vertauscht wird. Das kann in der Theorie erhebliche Konsequenzen haben, wenn eben genau dieses Bit entscheidend in einer Operation ist. Er kann alternativ auch das System zum Absturz bringen - was jedoch nicht passieren muss und auch in der Praxis selten vorkommt. Der zusätzliche Vermerk REG oder registered besagt, dass weitere Register im Einsatz sind, um die Maximalgrenze des einsetzbaren Arbeitsspeichers zu erhöhen und die Datenintegrität zu verbessern. Daneben wird meist noch die Taktung des Speichermoduls angegeben - zum Beispiel 4GB DDR3-1333. Unterschieden wird ebenfalls zwischen Dual und Triple Channel - beides wirkt sich jedoch nur marginal auf die Performance des Systems aus. Während Dual Channel noch eklatante Zugewinne lieferte, bringt Triple Channel nur kaum spürbare Zugewinne mit sich. Die Taktung ansich ist im Regelfall für eine im Normalmodus agierende CPU vollkommen ausreichend. Low Voltage dagegen bezieht sich auf eine Reduzierung der Betriebsspannung, die sich durch geringere Leistungsaufnahme - also eine Stromersparnis - und marginal schlechtere Performance auswirkt. Vor allem bei Systemen mit hohem Arbeitsspeicher kann die Ersparnis spürbar sein.

Datensicherheit durch Redundanz

  • Gemeinhin als Hardware RAID bezeichnet handelt es sich hierbei um einen schlichten RAIDcontroller. Es gibt von fast allen Herstellern mehrere Leistungsklassen, die sich vor allem in puncto Cache und Prozessorperformance unterscheiden. Der Vorteil eines Hardware RAIDs im Vergleich zum Software Pendant ist das native Rebuild bei Festplattendefekt sowie eine teilweise verbesserte Performance durch implementiertes Caching. Im bald erscheinenden Artikel RAIDperformance in Serversystemen finden Sie dazu weiterführende Informationen.
  • Eine BBU oder auch Battery Backup Unit ist ein Batteriepuffer für RAIDcontroller, der bei Ausfall des Systems den Cache speichert. Damit wird gewährleistet, dass keine bisher nur gecacheten Daten verloren gehen. Adaptec setzt dafür neuerdings auf Flashspeichermodule anstelle von Batterien.

Massenspeicher

  • Hinter dem Begriff HotSwap verbergen sich Wechselrahmen für den Austausch von Festplatten im laufenden Betrieb. Dieses Feature ist von unschätzbarem Wert, da Festplatten am häufigsten von allen Serverkomponenten zu Ausfällen neigen. Durch HotSwap Technologie verhindern Sie, dass Ihr Server neugestartet werden muss und während des Umbauprozesses ausgeschaltet bleibt.
  • Neben der klassischen Festplatte (HDD) hat sich die SSD als immer attraktivere und ernstzunehmendere Alternative etabliert. SSDs sind als Halbleiterlaufwerke im Gegensatz zu HDDs mit Magnetspeichern deutlich performanter und können erheblich schnellere Datenzugriffsraten realisieren. Nachteil dagegen ist nach wie vor die immer noch eher überschaubare Speichergröße und der erhöhte Preis. Da jedoch im Serverbereich vor allem bei Datenbanken häufig kaum Speicherplatz, dagegen aber viel Performance benötigt wird, stellen SSDs durchaus eine sinnvolle Alternative dar. Wichtig ist, dass man den richtigen Hersteller einsetzt: Preiswerte Consumerware ist häufig sehr anfällig für Defekte.
  • Bei Festplatten gibt es einige zu berücksichtigende Architekturen. Während das klassische SCSI längst abgelöst ist, hat sich SATA zum Quasistandard entwickelt. Die modernste Form davon ist SATA3 mit einer theoretischen Übertragungsrate von 6 Gigabit je Sekunde. Theoretisch deshalb, weil herkömmliche Festplatten kaum auch nur die Hälfte dieser Bandbreite erreichen können und somit auch SATA2 vollkommen ausreichend ist. Lediglich die sehr schnellen SSDs können diese Datenrate auch ausreizen. Gleichzeitig hat sich die Geschwindigkeit von Festplatten zu Gunsten des Stromverbrauchs häufig sogar eher gesenkt - von derzeit als üblich geltenden 7.200 Umdrehungen sind viele vor allem als Ecovariante vermarktete Alternativen auf nur 5.900 abgesenkt worden. Die für den Servereinsatz konzipierte SAS Architektur erreicht dagegen bis zu 15.000 Umdrehungen und ist damit trotz hohem Preis bei Servern sehr beliebt - nicht zuletzt auch wegen ihrer Robustheit.
  • Herkömmliche Laufwerke wie CD oder DVD verlieren für Server immer mehr Relevanz, da ein USB Stick schlicht leichter zu handhaben ist.Bandlaufwerke spielen heute nur noch bei sehr speziellen Anforderungen eine Rolle und auch sonst finden sich keine Alternativen, deren Einsatz noch üblich wäre.

Neben den physikalischen Eigenschaften eines Servers gibt es bei dedizierten Servern natürlich auch noch Ausstattungsmerkmale des Pakets. Diese können sich teilweise massiv unterscheiden:

Administration

  • Zu Administrationszwecken sollte unbedingt ein Rescuesystem, eine Resetfunktion und die Möglichkeit der automatisierten Neuinstallation gegeben sein. Das Rescue ermöglicht das Booten eines Images in den Arbeitsspeicher, um auch bei Fehlfunktion (z.B. fehlerhafter Kernel, falsche Netzwerkkonfiguration) noch Änderungen am System vorzunehmen. Näheres dazu finden Sie in Kürze unter dem Stichwort Praxisnahe Funktionen des Rescuesystems. Die Resetfunktion simuliert wahlweise einen Soft- oder Hardreset des Servers und spart Ihnen Nerven und Geld - Sie betätigen die Aufforderung und der Server wird neugestartet. Völlig ohne Eingriff eines Technikers. Automatisierte Neuinstallationen können Ihnen beim Neuaufsetzen des Systems erhebliche Erleichterungen ermöglichen, da Sie auch hier terminlich völlig unabhängig sind und keinerlei Reaktionszeiten zu beachten sind.

Netzanbindung

  • Ebenso wichtig ist die Anbindung des Servers. Üblicherweise sollte diese zumindest 100 Mbit/s betragen. Eine Aufrüstung auf 1000 Mbit/s - gleichbedeutend mit einem Gigabit - sollte möglich und preislich fair sein, da in Zeiten von immer schnellerem Internet auch der Server mithalten können muss. 100Mbit/s bedeuten, dass Sie je Sekunde 12,5 Megabyte an Daten versenden können. Abhängig von der Anzahl Ihrer Nutzer kann dies viel oder wenig sein: Hat eine Webseite oder Anwendung nur wenige Kilobyte, reichen 100Mbit/s vollkommen aus. Nutzen Sie dagegen große Medien wie Filme oder Bilder, kann es genauso wie bei einer großen Anzahl Nutzern zu Engpässen kommen.
  • Die Anzahl der verfügbaren IP Adressen unterscheidet sich nach IPv4 und IPv6. Im allgemeinen Sprachgebrauch meint eine IP Adresse den nach wie vor am häufigsten verbreiteten IPv4 Standard im Format 1.1.1.1. Jeder der vier Blöcke kann dabei eine Zahl zwischen 1 und 256 einnehmen. Zusätzliche IP Adressen benötigen Sie vor allem dann, wenn mehrere SSL Zertifikate oder virtuelle Instanzen auf dem Server laufen sollen. IPv6 ist so ausgelegt, dass die Adressen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemals ausgehen werden.
  • Ein eigenes privates virtuelles Netzwerk (VLAN) bedeutet die Abschottung eines Teilbereichs des gesamten Netzwerks. In Konsequenz müssen zwei Hosts im selben Netzwerk, aber in unterschiedlichen VLANs über den Router kommunizieren. Vorteil dabei ist, dass kein Traffic mitgelauscht werden kann und auch keine IP Adressen übernommen werden können.

Die Liste der Möglichkeiten ist wie man sieht lange. Diese Auswahl beschreibt auch lediglich einen Teil möglichst populärer Merkmale. Ein Anspruch auf Vollständigkeit lässt sich kaum umsetzen, da individuelle Gestaltungsmöglichkeiten in Hülle und Fülle denkbar und möglich sind.

 

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